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  • Luis Brandt

Ich denke, also bin Ich?

Aktualisiert: 1. Dez 2019

Es ist bestimmt jedem schon einmal aufgefallen, dass wenn man versucht, nicht zu denken und sich über nichts und niemanden Gedanken zu machen, man damit keinen Erfolg hat und nur dafür sorgt, dass sich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung erfüllt.

Ja, es stimmt, dieser Text handelt von der Fähigkeit des Menschen, zu Denken. Und wenn man sich mit dem Denken und den Gedanken darüber beschäftigt, dann kann es lange dauern, aber das ist für Philosophieinteressierte egal, denn sonst könnten sie ja auch sagen: “Ich denke und es bringt nichts!“ Ich wage zu glauben, dass wenn dieser Text das Privileg hätte zu denken, er zu uns sagen würde: „ Hört auf, mich zu lesen, ihr versteht mich ja doch nicht.“

Das Denken ist die größte Gabe des Menschen, denn mithilfe von Gedanken, können wir mehr beeinflussen, als wir glauben zu wissen. Ob man einen gesunden Körper hat oder nicht, ist zwar nicht egal, jedoch nebensächlich wenn man bedenkt, dass allein der Geist des Menschen zu übernatürlichem im Stande ist.

Übernatürliche Gedanken sind jene, die sich mit der eigenen Realität beschäftigen. Einfach gesagt: Wenn wir uns den Gedanken machen, dass wir morgen den Bus zu einer bestimmten Zeit nehmen, dann ist dies Fantasie, denn wir können gar nicht wissen, ob der Bus auch wirklich pünktlich um diese Zeit kommt. Wir stellen uns also eine Reale Situation vor, welche jedoch nicht existiert, da sie noch nicht geschehen ist. Erst dann, wenn die gedachte Situation real wird existiert sie auch wirklich, denn es kann immer anders kommen, als wir denken.

Die eigene Realität ist nicht existent. Sie ist niemals so wirklich und detailreich durchdacht, wie die wirkliche Realität. Wir können uns also Gedanken über die nächste halbe Stunde machen, wissen danach aber trotzdem nicht genau, was dann passiert, weil wir es nicht wissen können.

Aber wie entsteht die wirkliche Realität?

Und jene ist eben diese Frage, mit der sich viele Menschen schon lange beschäftigen, sie aber nie richtig beantworten können. Deshalb denken sie lieber darüber nach und vergessen dabei die Existenz der richtigen Realität,

Doch das Thema „Realität“ ist nur eines, der vielen Phänomene des menschlichen Denkens. Ich habe als Titel für diesen Text den Satz „Ich denke, also bin ich.“ in Frage gestellt, denn meiner Ansicht nach, gibt es das Phänomen des „passiven“ und „aktiven“ Gedankens.

Es macht einen Unterschied, ob wir sagen, dass wir sind, wenn wir Denken, oder eben nicht, denn es existiert kein Gedanke an nichts. Wenn wir diesen Gedanken fortsetzen, dann enden wir, wie so oft in einem Strudel von neuen fragen.

Wir denken in einem uns vorgelebten und von unserem Geist weiterentwickeltem Gedankenkonstrukt. Jenes Gedankenkonstrukt ist unsere Ansicht auf das Sein, das Nichtsein und die Welt an sich. Also ist dies die Grundlegende Einstellung zum Leben und dem Menschen. Diese Einstellung ist das „passive Denken“

Das „passive Denken“ beeinflusst sowohl unseren Körper, als auch unseren Geist, also auch unsere Psyche, die sich weiterentwickelt. Das „Passive Denken passiert meist nicht bewusst, sondern basiert auf dem, was wir täglich erleben, also auf allem was wir sehen, hören, fühlen, ja sogar riechen und schmecken. Das „passive Denken“ ist mit zuständig dafür, wie wir handeln und uns fühlen. Das „aktive Denken“ hingegen, ist alles was wir bewusst, selbst und aktuell Denken. Es passiert nicht von selbst, sondern wir lassen es zu. Es entsteht durch uns und beinhaltet ganz simple Dinge. Jedoch kann das „aktive Denken“ nicht ohne die Hilfe des „passiven Denkens“ stattfinden, umgekehrt aber schon.

Ein einfaches Beispiel: Passiver Gedanke: „Fehlende Unterhaltung“ Aktiver Gedanke: „Ich schaue jetzt die Tagesthemen im Fernsehen.“

Die uns fehlende Unterhaltung wird uns von unserem „passiven Gedanken“ suggeriert. Wir wollen Uns zufriedenstellen und entscheiden aber hierbei selbst und aktiv, ob und was wir gegen die fehlende Unterhaltung tun wollen. In unserem Fall: Tagesthemen schauen.

Tja und wenn man, so wie ich, immer weiterschiebt, merkt man irgendwann, dass man dem Neurologen Siegmund Freud ganz schön nahe kommt. Denn er selbst beschreibt ein ähnliches Phänomen. Jeder Mensch besitzt von Geburt an ein sogenanntes „Es“, die Triebe. Hinzu kommt , im laufe der Jahre, das „Über-Ich“, Unser Gewissen. Das „Ich“, als dritte Instanz, im sogenannten „Instanzenmodell“, ist der „Vermittler zwischen unseren Trieben, also das was wir wollen, oder brauchen und unserem Gewissen, also sozusagen das, was wir dürfen, oder eben nicht.

Das ganze kommt dem zuvor geschriebenen ziemlich nahe. Naja, wer soviel denkt, wie ich, muss ja auch irgendwann einmal auf diesen Gedanken kommen, oder?

Oh, ich glaube ich spüre den passiven Gedanken der Verwirrtheit und deshalb entscheide ich mich jetzt aktiv dazu, diesen Text zu beenden. Ist vielleicht auch besser so.